Seifenrezepte

 

Einige Seifen liebe ich heiß und innig, andere weniger. Es ist das Waschverhalten, die Schaumbildung, das Hautgefühl sowie auch durchwegs der Duft, die darüber entscheiden , ob eine Seife zu meinem Liebling avanciert oder nicht. Die Optik ist reine Nebensache.

Beim Seife sieden arbeite ich bevorzugt kühl. Die Verarbeitungstemperatur der Öle und der Lauge würde ich von Zimmertemperatur bis maximal handwarm einstufen.

 

 

Rezept "Edles.Marokko"

  • Öle/Fette: 35 % Kokosöl (vorzugsweise nativ), 38 % Olivenöl, 15 % Sonnenblumenöl HO, 10 % Arganöl und 2 % Rizinusöl 
  • Lauge: destilliertes Wasser (28% der GFM) sowie NaOH für 9% ÜF
  • Zusätzlich 2 TL Meersalz, 3 TL Zucker und 1,5 g Tussah-Seide (bei einer GFM von 500g)

Ich liebe dieses Rezept. Um das Schaumverhalten dieser Seife zu beschreiben fehlt es mir allerdings etwas an Worten. Der Schaum ist einfach anders - fein, zart, luftig, cremig, anschmiegsam. Es ist wie eine hingebungsvolle und lebensbejahende Liebkosung der Haut.

 

Rezept "Edle.Marille"

  • Öle/Fette: 30% Kokos (vorzugsweise nativ), 24% Olivenöl, 15% Marillenkernöl (=Aprikose), 15% Reiskeimöl, 7% Arganöl (variabel), 7% Kakaobutter und 2% Rizinusöl
  • Lauge: destilliertes Wasser (27% der GFM) sowie NaOH für 8-9% ÜF
  • Zusätzlich 2 TL Meersalz und 2-3 TL Zucker bei einer GFM von 500g. Optional 1g Tussah-Seide.

Anstelle des variablen Arganölanteils habe ich Varianten mit Sonnenblumenöl HO, Traubenkernöl und Aloe Vera-Öl ausprobiert. Die beiden Varianten mit Traubenkernöl und Aloe Vera-Öl (in Kombination mit Aloe Vera-Gel) gefallen mir persönlich am besten. Jedoch unabhängig vom verwendeten Öl des variablen Anteils zeichnen sich alle bisherigen Varianten durch einen wunderbar zart cremigen Schaum aus, der sich beim Waschen luftig und weich an die Haut anschmiegt. 

 

Dieses Rezept zählt mittlerweile gemeinsam mit "Edles.Marokko" zu meinen Lieblingsseifenrezepten und ein Stück Seife, das nach einem der beiden Rezepte gesiedet wurde, darf an meinem Waschtisch nicht fehlen.

 

Rezept "Mango.15"

  • Öle: 35% Kokosöl (tlw. nativ), 15% Mangobutter, 35% Olivenöl, 15% Rapsöl    
  • Lauge: destilliertes Wasser (27% der GFM) sowie NaOH für 9% ÜF
  • Zusätzlich 2 TL Meersalz, 2 TL Zucker und optional 1 g Tussah-Seide (bei einer GFM von 500g)
  • In der Zubereitung sollte alles zügig gehen. Die Öle und die Lauge nur ganz kurz mit dem Pürierstab emulgieren (1-2 Umdrehungen sind meist ausreichend). Danach am besten von Hand weiterrühren. Die Mangobutter (obwohl hier gar nicht in so hoher Konzentration) neigt dazu, den Seifenleim schnell anziehen zu lassen. So bleibt jedoch ausreichend Zeit, um die Seife zu beduften, zu färben und glatt und lückenlos in die Form (auch Einzelformen) zu füllen.

Vom ersten Anwaschen bis heute liebe ich alle Seifen, die nach diesem Rezept entstanden sind. Ich liebe das Gefühl, wie die Seife während des Aufschäumens über die Handfläche gleitet. Im Normalfall braucht sie einige Umdrehungen mehr in der Handfläche bis sie richtig in "Schaumfahrt" kommt, dann allerdings ist sie einfach wunderbar cremig.

 

Für stabileren Schaum sorgt etwas Rizinusöl. Am besten einfach den Rapsölanteil auf 12-13% reduzieren und dafür 2-3% Rizinusöl dem Rezept hinzufügen.

 

Rezept "Einfacher.Mantel"

  • Hülle:
  • Öle: 28% Kokosöl, 28% Schweineschmalz, 21% Olivenöl (oder Distelöl HO), 21% Rapsöl, 2% Rizinusöl
  • Lauge: destilliertes Wasser (28-29% der GFM) sowie NaOH für 9% ÜF
  • Keine Zusätze, weder Salz, Zucker noch Duft.
  • Es ist von Vorteil die Hüllen gelen zu lassen. Die Hüllen lassen sich im Regelfall nach ca. 12 Stunden problemlos biegen.
  • Fülle:
  • Öle: 28% Kokosöl, 28% Schweineschmalz, 21% Olivenöl (oder Distelöl HO), 21% Rapsöl, 2% Rizinusöl
  • Lauge: destilliertes Wasser (25% der GFM) sowie NaOH für 9% ÜF
  • Zusätzlich 2 TL Meersalz, 2 TL Zucker und optional 1 g Seide (bei einer GFM von 500g)

 

Seifen, die nach diesem Rezept entstanden sind, schäumen willig und üppig. Den Schaum ist anfangs großblasig, verdichtet sich jedoch schnell und wird dann dick cremig.

 

Dieses Rezept hat sich aus meinen ersten Ummantelungsversuchen entwickelt. Es ist jene Zusammensetzung von leicht verfügbaren Fetten, mit der ich bislang die besten Erfahrung beim Biegen der Hülle gemacht habe. Und ich finde es total schön, dass diese preisgünstige Fettzusammenstellung auch so wunderbare Seifen ergibt.

 

Rezept "Feiner.Tropfen"

  • Öle: 30% Kokosöl, 30% Distelöl HO, 20% Schweineschmalz, 10% Reiskeimöl, 8% Kakaobutter und 2% Rizinusöl.
  • Lauge: destilliertes Wasser (27% der GFM) sowie NaOH für 9% ÜF
  • Zusätzlich optional 2 TL Salz und 3-4 TL Zucker (bei einer GFM von 500g)
  • Der Seifenleim bleibt gut fließfähig und ist somit auch für Swirls geeignet.
  • Beispielseife: "Buntes Tröpfchen"

 

Die Seifen waschen sich ausgesprochen fein, schäumen willig und überzeugen auch durch eine feste, glatte, teilweise sogar leicht transparent wirkende Optik des Seifenstücks.

 

An dieser Stelle vielen Dank an Saponeta, die diese Ölaufteilung für ihre sensationelle Wasser-Seife und Mango Madness verwendet hat, und die vielen anderen lieben Siederinnen, die in Folge dieses Rezept ebenfalls versucht haben. So weiß ich nun gewiss, dass mein Seifenrezept "Feiner.Tropfen" sich wirklich so verhält wie oben beschrieben. Allen ein herzliches Dankeschön fürs Ausprobieren und Testen!

 

 

Sollte eines meiner Seifenrezepte - egal ob hier oder bei den entsprechenden Blogeinträgen - euer Interesse geweckt haben, so freut mich dies natürlich sehr. Wenn ihr die Rezepte an anderer Stelle wiedergebt, so würde es mich über die Maßen freuen, wenn ihr meinen Blog erwähnt bzw. verlinkt. Diese Bitte  gilt natürlich auch für Gestaltungsarten von Seifen.

Dafür schon jetzt von Herzen Danke!